Frühe Neuzeit

Die Übergangszeit zwischen Mittelalter und Neuzeit brachte tiefgreifende Umbrüche mit sich. Die Reformationszeit, die im 16. Jahrhundert große Teile Europas erfasste, führte auch in Herford zu religiösen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die Reformbewegung veränderte den Gottesdienst, das kirchliche Leben und die Rolle des Stifts in der Stadt erheblich. Die geistlichen Institutionen, die jahrhundertelang Zentrum des religiösen Lebens gewesen waren, mussten sich an neue konfessionelle Realitäten anpassen oder verloren ihre frühere Bedeutung.

Im Hochmittelalter hatte Herford über lange Zeit Reichsstadtstatus inne, ein besonderer Rang, der der Stadt und dem Reichsstift direkt unter dem Kaiser Reichsunmittelbarkeit verlieh und ihr erhebliche politische Autonomie im Heiligen Römischen Reich sicherte. Dieser Status wurde 1147 zum ersten Mal bestätigt und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder bestätigt.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert verlor Herford jedoch seine politische Unabhängigkeit. Die mit der Stadt lange verbundene Äbtissin verlor Einfluss, und Herford fiel in den Einflussbereich Brandenburg-Preußens, wodurch sich die politischen Rahmenbedingungen dauerhaft veränderten.

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