Mittelalter

Im Mittelalter vollzog sich in Herford eine rasche städtische Entwicklung. Ausgangspunkt war die Nähe zu dem wirtschaftlich starken Reichsstift und die verkehrsgünstige Lage an Fernhandelswegen. Schon seit dem Ende des 13. Jahrhunderts ist belegbar, dass Herford am Fernhandel teilnahm und Mitglied der Hanse war, eines weit verzweigten mittelalterlichen Handelsnetzwerks, das Städte über große Teile Europas verband.

Politisch gewann die Stadt ebenfalls an Gewicht: Bereits um 1220 erscheint Herford in einer Liste von Ratsmitgliedern, eine der ältesten überlieferten Ranglisten westfälischer Städte. Der Stadtrat bestand aus Vertretern der städtischen Bürgerschaft und Bediensteten des Stifts, die gemeinsam die Verwaltung leiteten. 1255 und 1256 wurden wegweisende Vereinbarungen zwischen der Stadt und der Äbtissin geschlossen, durch die die städtische Selbstverwaltung deutlich gestärkt wurde. Die Stadt erhielt die Feldflur in Verwaltung, das Burggericht und wichtige Rechte, die ihr im Alltag und im wirtschaftlichen Leben mehr Autonomie gaben.

Die Stadt war zudem durch eine Befestigungsanlage geschützt: eine etwa 3,5 km lange Mauer mit vorgelagertem Wall, Graben, 14 Türmen und sechs Toren. Solche Befestigungen waren im Mittelalter Ausdruck von Wohlstand und strategischer Bedeutung.

Herford erreichte in dieser Zeit ein hohes Maß an politischer Stabilität und wirtschaftlicher Vernetzung, was später auch zur Bedeutung der Stadt im Hansebund beitrug und sie zum Knotenpunkt für Handel in Westfalen machte.

Nach oben scrollen